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Was ist Rock’n’Roll-Musik?
Rock ’n’ Roll (kurz für Rock and Roll) ist ein nicht klar umrissener Begriff für eine US-amerikanische Musikrichtung der 1950er- und frühen 1960er-Jahre und
das damit verbundene Lebensgefühl einer Jugend-Protestkultur.
Kennzeichnend für die meisten Rock-’n’-Roll-Bands ist die Besetzung mit einem als Frontmann fungierenden Sänger, begleitet von Gitarre und/oder Klavier,
Kontrabass oder E-Bass und Schlagzeug, gelegentlich noch ergänzt durch weitere Instrumente wie Saxophon. Der Gesang ist oft kehlig-rau. Das permanent
wiederholte Riff wird unterlegt mit einem harten Beat, in der Regel im 4/4-Takt und mit deutlichem Backbeat/Offbeat gespielt. Typisch sind verhältnismäßig
kurze Kompositionen im 12-taktigen Bluesschema und die „rollende“, ursprünglich aus dem Boogie-
Woogie stammende Basslinie. Rock ’n’ Roll gilt als Ursprungsform der Rockmusik.
Der Rock-’n’-Roll-Tanz ist ein mit dieser Musik verbundener Turniertanz, der aus dem Lindy Hop (einem
Swing-Tanz der 1930er Jahre) hervorgegangen ist und dessen bekanntestes Merkmal die akrobatischen
Einlagen sind. Eng mit dieser Musik verbunden sind auch die Tänze Jive und Boogie-Woogie.
Ursprünglich ist rock and roll – Englisch für „Wiegen und Wälzen“[1] – bzw. die komplementäre
Verlaufsform rocking and rolling, „wiegen und wälzen“, ein Slangausdruck und Euphemismus
insbesondere für den Beischlaf. Der Begriff Rock ’n’ Roll wurde als Bezeichnung für eine Musikrichtung
wohl erstmals 1951 vom amerikanischen DJ Alan Freed geprägt. Die Textzeile „Rock, rock, rock
everybody, roll, roll, roll everybody“ aus Bill Haleys Rock-a-Beatin-Boogie, die Freed später als Signet
seiner Sendungen benutzte, wurde bald von der Jugend des ganzen Landes befolgt. Allerdings tauchten
die Begriffe Rock und Rock and Roll schon Jahre vorher in schwarzen Rhythm-and-Blues-Titeln auf,
beispielsweise in Eunice Davis' Aufnahme Rock little Daddy von 1951 oder bereits in dem 1934 von den
Boswell Sisters aufgenommenen Titel Rock & Roll.
Dennoch bleibt unumstritten, dass es Freed war, der sowohl den Begriff als auch die Musik selbst für eine
breite Öffentlichkeit gängig machte. Freeds Afterschool-Radioshow Moondog Rock and Roll House Party,
in der vor allem schwarzer Rhythm and Blues gespielt wurde, hatte Mitte der 1950er-Jahre Kultstatus
sowohl bei weißen als auch bei schwarzen Jugendlichen. Viele weiße Jugendliche hatten hier in einer
Zeit der Rassentrennung erstmalig die Gelegenheit, afroamerikanische Unterhaltungsmusik intensiv zu
hören. Außerdem fungierte Freed als Veranstalter für Livekonzerte und als Entdecker und Förderer von
Künstlern wie Chuck Berry, Bo Diddley, Gene Vincent, Frankie Lymon und etliche mehr. So entwickelte
sich der Begriff Rock ’n’ Roll, der zunächst nur ein Synonym für Rhythm and Blues war, schnell zu einem
eigenständigen Gattungsbegriff und bezeichnete jene neue Musik, in der die damals übliche strikte Trennung zwischen Schwarz und Weiß aufgeweicht
wurde.
Heute wird der Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch auch auf zeitgenössische Rockmusik angewendet, vor allem im angelsächsischen Sprachraum. Die
musikhistorische Definition ist jedoch enger gefasst. Hier ist Rock ’n’ Roll ein Sammelbegriff für diverse Frühformen der Rockmusik, die Mitte der 1950er-
Jahre in den USA entstanden und in ihrer subkulturellen Funktion Mitte der 60er-Jahre von der Beatmusik abgelöst wurden.
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